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Mit 104 Jahren noch begeisterter EM-Gucker

Mit Anzug und weißem Schal: Johannes Heesters wie das Publikum ihn kennt.

Weimar. (tlz) "Heute geh´n wir ins Maxim": Gemeinsam mit dem Phänomen Johannes Heesters wird das Salonorchester Weimar am kommenden Montag die Premiere von "Jopie - Eine Jahrhundert-Revue" aufführen. Die Revue behandelt die Lebensgeschichte des 104-jährigen gebürtigen Niederländers und der legendäre Star lässt es sich nicht nehmen, zur Premiere der ihm gewidmeten Hommage persönlich nach Weimar zu kommen. Bei seinem Besuch im Klubhaus "mon ami möchte Heesters gemeinsam mit den Weimarer Musikern fünf Lieder vortragen sowie drei Schlager mit seinem Pianisten Florian Fries. Außerdem stellt die Fotografin Simone Rethel-Heesters die Ausstellung "Schönheit des Alters mit Bildern ihres Mannes vor. Die TLZ sprach vor seinem Auftritt mit dem Künstler. Herr Heesters, wie war Ihre Reaktion, als Sie davon erfuhren, dass Ihnen das Salonorchester seine neue Revue widmet? Ich habe mich sehr gefreut, dass junge Menschen, die schon tolle Programme gemacht haben, sich mit meinen Liedern beschäftigen. Ich habe ja auch eine lange Zeit hinter mir, wo ich viele viele Lieder gesungen habe, die man heute noch kennt. Das freut mich. Warum wollen Sie bei der Premiere dabei sein? Ich wurde schon mehrfach eingeladen, aber es klappte terminlich nie. Jetzt zur Premiere der Revue bin ich natürlich sehr gern dabei. Was erwarten Sie von dem Salonorchester? Ich bin selbst gespannt. Ich habe das Programm gelesen und kann sagen, dass es eine tolle Sache ist. Die Jungs gehen mit viel Engagement an die Arbeit und auch mit viel Spaß. Aber es ist für mich auch eine Premiere. Welche Lieder werden Sie selbst vortragen? Lassen Sie sich überraschen. Alles wird nicht verraten! Wenn Sie Ihr bisheriges Leben Revue passieren lassen, worauf sind Sie dann besonders stolz? Höhepunkte in der Karriere gab es viele, aber das liegt hinter mir. Ich schaue nach vorn, auf das, was noch vor mir liegt. Das andere ist vorbei. Stolz bin ich, dass eben diese jungen Musiker sich mit meinen Darbietungen beschäftigt haben und daraus einen großen Konzertabend machen. Das Programm des Salonorchesters will über Ihre romantischsten Erlebnisse erzählen? Welche sind das Ihrer Meinung nach? Da bin ich nun auch mal gespannt, was da kommt. Ich muss Sie enttäuschen, so romantisch bin ich nicht. Ich bin glücklich, wenn ich mit meiner Frau Simone zu Hause im Garten sitzen kann, dass ist das Schönste. Sie sind 104 Jahre alt. Fühlen Sie sich auch so? Nein. Für mich ist das nur eine Zahl, eine schöne Leistung, aber ich fühl? mich noch jung genug um zu arbeiten. Welche Wünsche hat man mit 104 noch? Gesundheit natürlich. Das ist das Wichtigste. Wünsche habe ich nicht direkt, ich freue mich auf kommende Aufgaben, auf eine schöne Rolle im Theater zum Beispiel. Haben Sie noch große Pläne? Das sind meine Pläne, schöne Auftritte und vielleicht nochmal eine schöne Bühnenrolle. Eben habe ich mit Til Schweiger gedreht, eine kleine Rolle in seinem neuen Kinofilm. Was würden Sie den Menschen raten, die Ihr Alter erreichen möchten? Was ist Ihr Lebensrezept? Nicht aufhören zu arbeiten, sich nicht nur zur Ruhe setzen und denken, jetzt genieß´ ich mein Leben. Das hält nicht lange. Man muss sich die Neugier aufs Leben bewahren. Herr Heesters, Sie sind fast blind. Ich habe aber gelesen, dass Sie immernoch gern den Fernseher anschalten. Tun Sie das auch bei der Fußball-EM? Ja, ich sehe sehr schlecht. Aber ich verfolge die Ereignisse im Fernsehen, auch die Fußball-Meisterschaften. Auch Boxkämpfe schaue ich mir an, auch nachts um drei wenn´s sein muss. "Jopie - Eine Jahrhundert-Revue", Montag, 23. Juni, 20 Uhr, mon ami, Karten gibt es bei der Tourist-Information, Tel. 03643 / 7450 TLZ, 20.06.2008 Von Katharina Reich

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